Jahresbericht07
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Von Dr. Peter Perret
Jahresbericht 2007 des Präsidenten

Ist es eine Alterserscheinung, eine professionelle Deformation die Folge eines Übermaßes an Informationen, dass man mit Sorge die klimatischen Veränderungen verfolgt? Bis jetzt deutet alles darauf hin, dass das laufende Jahrzehnt im Durchschnitt wiederum wärmer sein wird, als das letzte, das ebenfalls markant wärmer war als seine Vorgänger. Jahrzehnte untereinander zu vergleichen ist bestimmt zulässiger, als nur Jahre miteinander zu vergleichen. Nächstens dürften die Ornithologen Feststellungen machen, die auf das veränderte Klima zurückzuführen sind. Als Laienbeobachter der Vögel glaube ich diesen Winter festgestellt zu haben, dass die Vielfalt und die Menge der traditionell auf dem Pfäffikersee überwinternden Wasservögel, verglichen mit früheren Jahren, abgenommen hat. Daneben sind bei Pflanzen und Tieren Zuwanderungen von fremden Arten festzustellen. Ursachen können sowohl beim Klima, als auch beim Menschen liegen. Mit dem Tourismus werden beabsichtigt wie unbeabsichtigt, Pflanzen und Tiere weltweit verschoben. Dabei können Arten dabei sein, die die Einheimischen ernsthaft bedrängen. Wir möchten uns in den nächsten Jahren diesem Problem widmen. Dabei soll es in erster Linie darum gehen, darüber zu informieren und Massnahmen dagegen vorzustellen. Wie bei vielen Bereichen im Natur- und Umweltschutz, ist fehlendes Wissen über Zusammenhänge und Folgen, die Ursache von Problemen. Um eben ein solches Wissen und Einblicke über den Schilfrand geht es auch in unserem Projekt einer Beobachtungseinrichtung. Der Architekt hat das Projekt überarbeitet. Es wird im Jahre 2008 dem Vorstand zur Entscheidung in den in den Statuten aufgeführten Kollektivmitglieder vorgelegt. Die Einrichtung hat die Aufgabe, die Besucher für die Schönheiten und Naturwerte des Schutzgebietes zu sensibilisieren. Der ständig zunehmende Besucherstrom ist mit oder ohne Beobachtungseinrichtung schon heute ein Faktum. Einerseits wächst die Einwohnerzahl in der Umgebung des Pfäffikersees stärker als in anderen Regionen und andererseits liegt der See nahe an den grossen Ballungszentren Zürich und Winterthur. In der Schweiz ist eben alles ein bisschen kleiner, nur die Bevölkerungsdichte ist grösser als anderenorts. Dies erfordert grösseres Verständnis und Rücksichtsnahme. Umso wichtiger sind eine Lenkung der Besucher und die Schaffung von Beobachtungsmöglichkeiten. Dadurch kann vermieden werden, dass Gebiet auf eigene Faust und auf verbotenen Wegen entdeckt wird. In der BUK Pfäffikersee, der Begleitkommission für die Umsetzung der Schutzverordnung, in der die Vereinigung Pro Pfäffikersee mit Vertretern der Seenutzer, des Naturschutzes, der Wanderweg und dem Präsidenten mitarbeitet, geht es zur Zeit um die Festlegung eines Erholungskonzeptes. Dass darüber die Meinungen divergieren liegt in der Natur der Sache, und ist nicht erstaunlich. Eine tolerante Atmosphäre erlaubt aber allen Teilnehmern offen zu diskutieren und die unterschiedlichen Anliegen gegeneinander abzuwägen. Die BUK wahrt über ihre Diskussionen Stillschweigen, bis ein Konsens gefunden ist. Sobald dies der Fall ist, findet eine breite Vernehmlassung über das Konzept statt.

Mit besserem Wissen lässt sich vieles erklären. Dies gilt auch für die feststellbaren Bestandes- schwankungen der Egli im See. Ein Spezialist für gewässerbiologische Studien erklärt in diesem Bericht die populationsdynamischen Ursachen dieses Phänomens. Einmal mehr gilt die Erkenntnis, dass in der Ökologie alles untereinander verknüpft ist und nur Untersuchungen und Beobachtungen die Zusammenhänge finden lassen.

Den Kolleginnen und Kollegen im Vorstand danke ich für die Unterstützung, den Kollektiv- und Einzelmitgliedern für ihre Treue zur Vereinigung Pro Pfäffikersee. Ich wünsche allen weiterhin viel Freude an unserem schönen Pfäffikerseegebiet.

Peter Perret, Präsident

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